Navigation: Veranstaltungskalender (Startseite)Navigation: Erzähler Dieter Schmid-HermannNavigation: 11.11.2005 VHS Landshut Goldener Apfel-SilbermondNavigation: verschiedene GeschichtenNavigation: Linksammlung zu externen InternetseitenNavigation: Kontakt und ImpressumNavigation: Wegweiser durch die Seiten von Zungenklang


 

Geschichten - Zum Lesen: Die drei kleinen Schweinchen


nach einem englischen Märchen


Eine Sau hatte einmal drei kleine Schweinchen. Und als diese alt genug geworden waren, sprach sie zu ihnen: "Hört zu, ihr Drei! Ihr seid jetzt alt genug, um selber für euch zu sorgen. Geht hinaus in die Welt, baut euch ein Häuschen und werdet glücklich." Da packten die drei ihre Bündel und zogen fort.

Das erste kleine Schweinchen lief auf die Strasse und traf einen Mann, der hatte eine Fuhre Stroh bei sich. "Lieber Mann," sprach ihn das Schweinchen an, "gebt mir doch euer Stroh, damit ich mir daraus ein Haus bauen kann." Der Mann schaute das Schweinchen an, sagte: "Ist gut, du sollst es haben", und gab ihm das Stroh. Da baute sich das kleine Schweinchen daraus ein Häuschen. Kaum war es aber damit fertig geworden, kam aus dem Wald ein großer grauer Wolf gelaufen.

"Schweinchen, liebes Schweinchen mein, lass mich in dein Haus hinein", rief der Wolf, das kleine Schweinchen aber antwortete: "Beim Härchen an meinem Schnäuzchen, oh, nein, nein, nein!" "So komme ich und blase dein Häuschen ein!" Und der Wolf pustete und prustete, das Häuschen stürzte ein, und er fraß das Schweinchen auf.

Das zweite kleine Schweinchen lief auf die Strasse und traf einen Mann, der trug ein Bündel Reisig auf der Schulter. "Ach, lieber Mann," sagte das Schweinchen, "gebt mir doch das Reisig, damit ich mir ein Haus daraus bauen kann." "Ist gut," sagte der Mann, "du sollst es haben." Da baute sich das kleine Schweinchen daraus ein Haus. Sogleich kam aber der Wolf wieder gelaufen und rief: "Schweinchen, liebes Schweinchen mein, lass mich in dein Haus hinein." Das kleine Schweinchen aber antwortete: "Beim Härchen an meinem Schnäuzchen, oh, nein, nein, nein!" "So komme ich und blase dein Häuschen ein!" Und der Wolf pustete und prustete, und puustete und pruustete, das Häuschen stürzte ein, und er fraß auch das zweite kleine Schweinchen auf.

Das dritte kleine Schweinchen lief auf die Strasse und traf einen Mann mit einer Fuhre Steine. "Guter Mann, gebt mir doch eure Steine, damit ich mir ein Haus daraus bauen kann." Der Mann schaute das Schweinchen an, lachte und gab ihm die Steine. Da baute sich das Schweinchen daraus ein Haus. Kaum war es damit fertig geworden, kam aber der Wolf wieder gelaufen und rief: "Schweinchen, liebes Schweinchen mein, lass mich in dein Haus hinein." Das kleine Schweinchen aber antwortete: "Beim Härchen an meinem Schnäuzchen, oh, nein, nein, nein!" "So komme ich und blase dein Häuschen ein!" Und der Wolf pustete und prustete, und puustete und pruustete, und er puuustete und pruuustete, aber er konnte das Häuschen nicht umblasen. Da dachte er sich: "Ich werde es schon noch bekommen," tat ganz freundlich und sprach: "Kleines Schweinchen, ich weiß, wo es die dicksten Rüben gibt. Wollen wir zusammen hin gehen?" "Gerne," antwortete das Schweinchen, "und wo wachsen diese Rüben?" "In Mr. Smith’s Garten. Morgen früh um sieben komme ich, und wir gehen gemeinsam hin." "Ist gut," sagte das kleine Schweinchen, lief aber bereits um sechs hin, und als der Wolf um sieben kam und fragte: "Kleines Schweinchen, kommst du?", da rief es: "Ich war bereits dort und habe mir leckere Rüben für mein Abendessen geholt."

Der Wolf ärgerte sich, verstellte sich aber wieder und sagte: "Kleines Schweinchen, ich weiß auch, wo die dicksten Birnen wachsen. Soll ich dich morgen abholen, damit wir uns gemeinsam welche holen können?" "Ja," sagte das Schweinchen, "sag mir aber, wo wachsen denn diese Birnen?" "Unten in Maria’s Garten. Ich komme früh um sechs. Das du mich aber nicht noch einmal betrügst. Hörst du?" "I wo, wo denkst du hin," antwortete das Schweinchen, machte sich aber wieder vor der Zeit auf den Weg. Aber der Weg war sehr lang und Schweine können auch nicht gut auf Bäume klettern. So kam es, dass es gerade oben auf dem Baum saß, als der Wolf gelaufen kam. "Wie das, Schweinchen? Du bist schon hier?," fragte der Wolf. Dem kleinen Schweinchen wurde ganz Angst und Bange und in seiner Not warf es dem Wolf eine Birne herunter: "Ja, lieber Wolf, und sieh nur, wie lecker diese Birnen sind." Die Birne aber rollte fort und während der Wolf ihr hinterherlief, sprang das Schweinchen vom Baum und lief schnell nach Hause.

Da musste der Wolf zum dritten Mal kommen. "Kleines Schweinchen," sagte er ganz freundlich, "morgen ist Jahrmarkt. Sollen wir zusammen hingehen?" "Ja," sagte das Schweinchen, "wann wirst du kommen?" "Ich komme am Mittag um 12. Aber betrüge mich nicht wieder!" "Aber nein," sagte das kleine Schweinchen, lief aber bereits am Vormittag los und kaufte sich auf dem Markt ein großes Butterfass, das rollte es vor sich nach Hause. Als es aber einen Hügel hinaufgelaufen war, sah es den Wolf auf der anderen Seite den Weg hinauf kommen. Da bekam es solche Angst, dass es sich nicht anders zu helfen wusste, als in das Butterfass zu springen. Das Fass aber rollte nun den Berg hinunter. Der Wolf sah etwas Großes, Dunkles auf sich zu kommen, erschrak fürchterlich, drehte sich um, und lief davon. So kam er erneut vor das Häuschen des kleinen Schweinchens und erzählte ihm: "Ach, kleines Schweinchen, stell dir vor. Ich wollte gerade auf den Jahrmarkt gehen, als mir an einem Hügel etwas Großes, Dunkles entgegenrollte. Ich habe mich so erschrocken, dass ich gar nicht auf den Jahrmarkt gegangen bin." Das kleine Schweinchen aber lachte laut auf, als es das hörte: "Ach, lieber Wolf, da habe ich dich wohl erschreckt. Ich sah dich den Hügel hinaufkommen. Und da bin ich in mein Butterfass gesprungen, das ich mir gerade gekauft hatte und bin darin an dir vorbei gerollt." Nun wurde der Wolf richtig wütend und er rief dem Schweinchen zu, er würde nun gewiss kommen und würde es auffressen. Er sprang auf das Dach des kleinen Häuschens und wollte durch den Kamin zum kleinen Schweinchen hineinkommen. Das Schweinchen sah aber, was der Wolf vorhatte, nahm einen großen Topf mit Wasser, hängte ihn über das Feuer und schürte es kräftig an, bis die Flammen hell loderten. Gerade als das Wasser kochte, rutschte der Wolf durch den Kamin herab. Das kleine Schweinchen nahm den Deckel ab, der Wolf fiel hinein und da setzte das kleine Schweinchen den Deckel schnell wieder darauf und hielt ihn gut fest. Dann kochte es sich daraus eine gute Wolfssuppe und hatte so ein leckeres Abendessen.

Ende


zurück zu Geschichten zum Lesen


Fragen und Anregungen bitte an: info@zungenklang.de
nach oben zum Seitenanfang / zur Navigation