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Geschichten - Zum Lesen: Die SternenfrauTango ist eine wunderbare Musik. Über sie kam ich irgendwann dazu, mich für Märchen aus Argentinien zu interessieren. Es war einmal ein armer Bauer, der lebte weit draußen alleine auf seinem Hof. Zwar war er durchaus glücklich und zufrieden dort, doch wenn es Nacht wurde und der Himmel voller Sterne stand, ging er hinaus, schaute hinauf und wurde ganz traurig: "Ach, hätte ich doch eine Frau, die mit mir hier leben wollte so schön wie diese Sterne". Doch so sehr er sich auch danach sehnte, es wollte niemand ihm seine Tochter geben, weil er ja so arm war. So vergingen die Tage und die Nächte. Am Tage arbeitete er, am Abend blickte er sehnsuchtsvoll in den Sternenhimmel, ging dann in seine Kammer und schlief bis zum anderen Tag. Einmal aber betrachtete er die vielen vielen tausend Sterne, und meinte dabei einen zu sehen, der schöner und heller zu leuchten schien, als alle anderen um ihn herum. Und je mehr er hinsah, desto mehr erstaunte er über die große Kraft und Schönheit dieses Sternes. Und er dachte: "Ach hätte ich eine Frau, so schön wie dieser Stern". Und das ging von nun an jeden Abend so. Wenn es einmal bewölkt war, und er ihn nicht erkennen konnte, wurde er unruhig und konnte nicht eher wieder glücklich sein, als bis er diesen Stern wiedersah. An einem Abend im Sommer betrachtete er wieder seinen Stern: "Ach hätte ich doch eine Frau so schön wie dieser Stern", und ging so schlafen. Wie er aber gerade eingeschlafen war, da träumte ihm, ein Mädchen legte sich zu ihm und sie schliefen beieinander bis zum anderen Morgen. Und als er wach wurde, da lag da wirklich ein strahlend schönes Mädchen bei ihm. Er dachte: "Eine Sternenfrau ist zu mir gekommen. Sie wird sicher hungrig sein von der Reise, ich will rasch gehen, und ihr etwas zum Essen und Trinken holen." Er brachte ihr Fleisch, dann Fisch und endlich Gemüse, doch immer wieder sagte sie: "Nein, das esse ich nicht." Weil er darum bald nicht mehr wusste, was er ihr bringen könne, fragte er sie: "Ja essen die Sternenfrauen denn nichts von dem, was wir Menschen essen?" "Doch," antwortete sie, "bringe mir aber nur folgende zwei Dinge: Milch und Honig, denn die Milch kommt vom Mond und der Honig von der Sonne. Das ist die Nahrung der Sternenfrauen." Da brachte ihr der Mann von nun jeden Tag frische Milch und guten Honig. Er selber aber aß weiter sein Fleisch, Fisch oder Gemüse, und sie lebten glücklich und zufrieden miteinander bis an ihr Ende zurück zu Geschichten zum Lesen Fragen und Anregungen bitte an: info@zungenklang.de nach oben zum Seitenanfang / zur Navigation |